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Tal der Schönen Frau

Eger ist bekannt von ihren delikaten Weinsorten und von ihrem historischen Weinanbaugebiet. Vielleicht wissen es wenige, dass den berühmten Weinanbau in Eger italienische und wallonische Siedler in den 1200-er Jahren einführten. Der Legende nach erwies sich das eine Hand voll ungarische Heer deshalb so schlagkräftig gegenüber der dreißigfachen Übermacht der Türken, weil die Ungarn Stierblut tranken und damit den ansonsten keinen Alkohol trinkenden Türken einen Schrecken einjagten. Im 16. Jahrhundert lief die Weinerzeugung bereits im vollem Gange, später konnte man die dem Erzbistum bezahlte Kirchensteuer als Wein abgeben.

Man kann es so nehmen, dass es in Eger fast immer Wein gab, heutzutage sagt man richtiger so, dass es in Eger ausgezeichneten Wein gibt. Platz Nummer eins für Weinverkostungen ist das Tal der Schönen Frau, das mit einem Spaziergang von 10-15 Minuten von der Innenstadt erreichbar ist, wo es Freundlichkeit und gute Laune gibt, ein wahres Dolce Vita.

Keller von Eger

In Ungarn gibt es keine andere Ortschaft, wo es so viele unterirdische Aushöhlungen und Keller gibt, wie in Eger. Es ist gut zu wissen, dass die Keller nicht zu gleichen Zeit und nicht zum gleichen Zweck entstanden. Es gab Keller, die zwecks Weinlagerung, es gab welche die zu Schutzzwecken ausgegraben wurden. Die Gebäude der barocken Innenstadt wurden zum Teil aus solchem ausgegrabenen Tuffstein gebaut. Das sich unter Eger ausbreitende Kellersystem ist nahe 4 km lang. Die am schönsten liegende und gemütlichste Kellerreihe der Stadt befindet sich ohne Zweifel im Tal der Schönen Frau.

Die Legende des Tals der Schönen Frau

Die erste schriftliche Erwähnung des Namens Tal der Schönen Frau stammt aus dem Jahr 1843. Es gibt mehrere Geschichten für die Namensgebung des Tals. Laut dem Ethnologen Ferenc Bakó war die „Schöne Frau“ eine Göttin der Urreligion, eine Venus-ähnliche Figur, eine Liebesgöttin, ihr wurde an dieser Stelle geopfert. Die Ackerbauern redeten von einer berühmt schönen Frau, die hier in einem Keller leckeren Wein ausschenkte. Anderen Meinungen nach bekam das Tal seinen Namen von einem leichtblütigen, schönen Frauenzimmer aus einer herrschaftlichen Villa.

„Umherziehen“ im 19. Jahrhundert

Das Gebiet des Tals der Schönen Frau war Eigentum des Bischofs von Eger, so konnte man einen Keller nur mit Genehmigung des Bischofs bauen. Ab 1774 konnten auch Gutsherren hier ein Grundstück bekommen und Keller bauen. Das Ergebnis war, dass 1781 bereits 32 Weinkeller im Tal waren.

Schnell entstand zwischen den Kellerbesitzern die Gewohnheit, dass sie die Keller voneinander besuchten, die Weine voneinander probierten, also mehrere Tage lang umherzogen. Zu dieser Zeit durfte das Frauenvolk nicht in den Keller hinuntergehen, nur schmackhafte hausgemachte Würste, frisches Brot und Speck für die Männer hinbringen, damit sie weiter zechen konnten.

Heute zählt das Tal mehr als 150 Keller. Die Atmosphäre und die Qualität der hier erhältliche Weine lobten zahlreiche Dichter: Sándor Petőfi, Mihály Vörösmarthy und auch Sándor Márai.

Wenn man sich in Eger aufhält, sollte man das Tal der Schönen Frau aufsuchen, den Lieblingswein finden, sich dem Zauber des Ortes übergeben. Der Frieden, der Charme, die Fröhlichkeit ist ganz unfassbar hier, was von der Vergangenheit, von der Kunst des Weinanbaus und der Weinerzeugung, und vom Humor der Einheimischen gespeist wird.

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