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Gefängnisausstellung

Die Gefängnisausstellung befindet sich in zwei Kellerräumen der Burg. Einst passierten hier friedlichere Ereignisse, den Keller benutzte damals die Bäckerei und Getreidespeicher oben drüber. Auf den riesigen Treppenstufen ist es auch heute nicht einfach zu verkehren, aber während man mit dem Höhenunterschied kämpft, sollte man sich vorstellen, dass vor ein paar Jahrhunderten hier kleinwüchsigere Menschen hinuntergegangen sind, mit schweren Weizensäcken auf den Schultern.

Die zwei Zweige des Kellers sind auf zwei Thematiken aufgebaut. Im ersten Teil kann man die Werkzeuge für Beschämung und Verstümmelung anschauen. Auf ihre Art ist die Kreativität überwältigend, wie damals die Menschen geistig und physisch ruiniert werden konnten. Es reichte ein Huhn zu stehlen und schon konnte der Täter erwarten, dass er in den Block gespannt, sein Arm gebrochen, sein Auge herausgestochen, vielleicht seine Zunge herausgerissen wird. Die Gefängnisausstellung zeigt den Interessenten die dazu benutzten nicht sehr netten aber umso zielstrebigeren Werkzeuge.

Im hinteren Teil des Kellers kann man in die Welt der Hinrichtungen hineintauchen, zum Glück nur auf theoretischer Ebene. Man sollte ein Blick auf die beträchtlichen, geschnitzten Stöcke werfen und sich je nach Bedarf im Detail vorstellen wozu man diese einst benutzte. Wenn man das Erlebnis weiter steigern will, kann man sich vorstellen, dass die Henker keine Übungsmöglichkeit hatten, wobei man die Fachgriffe hätte aneignen können. Bei Anfängern konnte es passieren, dass der Gepfählte noch tagelang lebte bis er schließlich verhungerte. Man kann in diese aufregende Welt hineintauchen, dann wieder an die Oberfläche kommen und mit einem wohligen Gefühl feststellen, dass man doch in eine gute Zeit hineingeboren wurde.

Burg von Eger


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